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Olaf Karnik
Peter Licht: Wir werden siegen -
Buch vom Ende des Kapitalismus

Stefan Heuer
Aufbegeheren, gebrochen Zeile
Jan Egge Sedelies

Adrian Kasnitz
Von Thujen und Tagen
Petr Borkovec

Stefan Heuer
Verlustreiches Ende
Adrian Kasnitz

Axel Dielmann
Alles umgekehrt!
Birke Meyer-Suchsland

Stefan Heuer
biete bluterguss & suche das weite
Herbert Hindringer

Axel Dielmann
Eine Perlenkette
Andreas Heidtmann

Adrian Kasnitz
Fünf
in Sachen Lyrik

Adrian Kasnitz
Liebe & Gin.
Patrick Hamilton

Adrian Kasnitz
Sonntage ohne Unterschrift.
Thomas Kunst

Adrian Kasnitz
Film in Versen
Stefan Heuer: strobe cut

Stan Lafleur
Nicolaj Rubcov
Schweifen und begreifen

Stan Lafleur
Speiseeisheilige
und andere moderne Gestalten -
Dinesh Allirajah

Olaf Karnik
Ich kann dir
eine Wunde schminken -
Tobias Hülswitt

Olaf Karnik
Streuverlust -
Renate Feyl

Stan Lafleur
Obstessen in Bosnien -
Julie Zeh

Stan Lafleur
Dole Vita in Mannheim -
Rainer Junghardt

Stan Lafleur
Cannabis Sünde sein? -
Thorsten Nesch

Adrian Kasnitz
Ein Paradies ohne Trost.
Benares
Barlen Pyamootoo

Patrick Baumgärtel
Simple Stories
Franziska Gerstenberg

Ingo Jacobs
Bier & Schläge

Olaf Karnik
Joachim Lottmann &
Diedrich Diederichsen

Olaf Karnik
Is this real?
Die Kultur des HipHop

Isabella Löhr
Gilbert Adair
Der Tod des Autors

Tobias Schoofs
Loop
René Hamanns
Neue Kokons

adrian kasnitz
Aus der Proninz
ins Zentrum (et retour).
Eine Anleitung

adrian kasnitz
Wie viel Autobiographie
veträgt der Mensch?

stan lafleur
Letzte Worte?

Adrian Kasnitz
Wer war Klaus
Störtebeker?

Tim Kluetz
Wanderungen durch
Soundwüsten

Isabella Löhr
Klaus Theweleit -
Der Knall

Benedikt Geulen
Frank Ronan:
Cosmic Dancer

Philip Grabinski
Das mechanische Klavier

Adrian Kasnitz
Im BMW mit
Andrzej Stasiuk


Isabella Löhr
Gore Vidal

Benedikt Geulen
Klaus Modick -
September Song

Achim Wagner
Nachtstück -
Antje Rávic Strubel

Achim Wagner
Getränke, Betäubungen und der Masterplan
(Björn Kuhligk)

Corinne Schneider
Hernach
Benns Briefe an Ziebarth


Adrian Kasnitz
Sport ist Mord

Achim Wagner
(Ver-)Wandern
mit Guy Helminger


Stan Lafleur
Verschwende deine Jugend

Adrian Kasnitz
Drei Strassen in Texten.
Majakowskiring, Schönhauser Allee
und Venloer Straße


Achim Wagner
Havanna, Buchmessen, Sex und Pedro Juan

Benedikt Geulen
Jochen Schimmang- Die Murnausche Lücke

Benedikt Geulen
David Gates

Roland Schappert
Alles Kunst?

Philip Grabinski
Donald Antrim -Ein Ego kommt selten allein

Jutta Koether
Rote Beeten

Adrian Kasnitz
Chirbes und Blumfeld

Adrian Kasnitz
Ralph Ellison - Juneteenth

René Hamann
Kolume 1

Alexander Kunz
Warwick Collins - "Herren"

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Pjotr Aleschkowski: Stargorod. Stimmen aus einem Chor.

René Hamann
Plätscher-Julia Francks Bauchlandung

Kurt Kreikenbom
Andrew Vachss

Corinne Schneider
Denken entlang der Hexenlinie - Deleuze und Guattari zur Philosophie


Achim Wagner
Kafka der Golem, Fußball und mehr

Die besten Bücher 2003

Die besten Bücher 2002

Olaf Karnik
Litt Cologne 2002


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Archiv Roundabout



 

Adrian Kasnitz

FILM IN VERSEN. GEDICHTE ZU WARHOL-FILMEN VON STEFAN HEUER

Der Filmbeschreibung in Versen wendet sich Stefan Heuer in zwanzig neuen Gedichten zu. Der "Film in Worten" (Kerouac/Brinkmann) erscheint als ein probates Mittel, um das Schreiben an filmischen Mitteln zu schulen, es an filmischen Wahrnehmungsgewohnheiten auszurichten. Eignet sich Lyrik wenig für erzählende Filmbeschreibungen, so nimmt sich Heuer experimentellen Materials an, nämlich zwanzig Filmen von Andy Warhol - in chronologischer Reihenfolge von "sleep" (1963) bis "the nude restaurant" (1967). Warhols Filme verzichten größtenteils auf Narration, haben eher dokumentarischen Charakter und spielen mit der kinematographischen Fiktion, die immer wieder durch (Ein-)Schnitte gebrochen wird. Strobe cut nannte Warhol dieses Verfahren, in dem der Zuschauer aus dem imaginären Raum gerissen wird, wenn eine Szene einer Filmspule gleich abreißt.
Heuers Texte versuchen diese Filme oder ihre Atmosphäre auf kleinstem Raum zu fassen. Es sind Notizen, Randbemerkungen oder Reflexionen auf den Produktionsprozeß, die in die Momentaufnahmen einbrechen. Beispielsweise in dem sleep-Text "sechs stunden [...] // [...] stumm bis auf das sirren der // bolex, eine silberne strähne als einziges licht" oder in dem Gedicht zu the closet "autark bis zu / dem augenblick, wo das material ausgeht, die // realität sich als tonspur in szene setzt".
Um solche Brüche zu verdeutlichen, wählt Stefan Heuer keine allzu restriktive, aber doch einheitliche Form, nämlich den Zweizweiler mit der Betonung des Enjambements (ohne allerdings die Silbenzahl zu beschränken oder gar formstrenger zu werden). Der Versuch, dem strobe cut ein adäquates Schreibverfahren entgegenzusetzen, gelingt größtenteils, auch wenn man bemerken muß, daß man an verstörende oder Sinn entzerrende Schnitte in Film sowie in der Literatur mittlerweile gewöhnt ist. Aber so ist das nun mal: "kinder / werden erwachsen, die haut verliert an schärfe".

Stefan Heuer: strobe cut. Gedichte zu Filmen von Andy Warhol. Mit Illustrationen von Karl-Friedrich Hacker. Hannover: edition roadhouse 2004. Preis: 5,- EUR, Bezug über http://www.flenter.de

urt 2004, ISBN 3-937101-41-1, 18,80 Euro