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HEL

LEGENDE VON DER VIERSILBIGEN-A

Als erstes sah man die zähne
    im minzgepfefferten fang
Sie roch wie heißes eisen
sie hatte einen leisen
    und langgeschenkelten gang

Der vater hat denen vom stegel
    all seinen geschwänzten geborgt
hat das dorf mit schwarzen
    wachsamen kindern versorgt

    Sie war ihm beim maitanz zugeteilt
        Sie fragte: wat biste so still
    Er hatte sich lange abgeseilt
        Sie sagte: und wenn ich dich will

Sie war das schwärzeste mädchen
    das je die stegelnacht sah
Die Offergelds haben vermietet
    Von da an war nichts wie es war

Der vater hieß glaub ich Gianni
    sie klang in drei silben plus -a
Sie hat uns niedergezüngelt
Man stand wie ausgeklüngelt
    wenn man sie kommen sah

    Sie suchten im dunkeln nen dunkleren ort
        und jedes wort war ein schuß
    Er lief vor ihr fort sie lief vor ihm fort
        Sie liefen sich kuß in kuß

Sie war die dorfikone
    in unserer wüste der djinn
und machte auch ne schwere
verkäuferinnenlehre
    und war berufsschülerin

der rücken ein gutes messer
    die hände ein satansheer
die jochbeine ziegel aus wollust
    die stirn von dämonen schwer

Und wenn sie mit nüstern flehmte
    dann wurdest du erst ein mann
von denen die Ninive bauten
Und wenn sie dich anschaute schauten
    dich saurieraugen an

    Zum letzten mal war der maibaum gestemmt
        Das lied hat schon keiner gekannt
    Sie standen vögel im leuchtenden hemd
        gestopft am kegelbahnrand

Im herbst ist er fortgezogen
    Er hatte ne frau dabei
und keiner hat sie gesichtet
    die schwarze vom letzten mai

Und augen wie katzenhaie
    haben das dorf bewacht
wer legt sich in die kleie
wer facht die tiefen schreie
    in bahndammdürrer nacht?

 

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