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HEL

kriegsgedichte


- Junge da draußen is krieg
Mußte do nich
Einziges muß was es gibt
du und ich

- Nichts darüber hinaus
wir bis zum schluß?
sorry ich muß hier raus
Zu weit vom schuß

- Kommste zurück oder nich
du hast`s geschafft
Aus deinen augen kriecht
leichensaft

Du hast Gott nach Rußland mitgenommen
und bist ohne ihn zurückgekommen

Und du halfst dem vater zedern richten
hast mit ihm gesprochen bei den fichten

Und am ende als die schmerzen brannten
waren zapfen seine abgesandten

- Werd ich auch schreiben können
"ich war bei Sandino dabei"?
- Ich bin in die berge gekommen
und bring dir das schreiben bei

Ich kann es erst seit gestern
und morgen kannst es auch du
- Dann ist`s also wahr geworden
da unten geht`s aufrecht zu?

und kleiner ich muß dir erzählen
Wir kamen von Logtown herauf ..
- No holen wir Asuncion und
dann schreibt ihr beide es auf

Mein Mann ist weggegangen
ich weiß nicht kommt er zurück
Sie haben ihn weggefangen
Er war mein sparstrumpf glück

Mein mann ist zurückgekommen
ein teil von ihm ist hier
Sie haben ihm ales genommen
sogar das gesparte bei mir

Und als er wegging wußt ich
nicht wann er wieder hier sei
und als er zurückkam wußt ich
nicht ob er wieder bei mir sei

Öl ist das land
öl ist die zeit
öl ist SHELLs
unsterblichkeit

Verloren das land
verloren das leben
keiner wird es uns
wiedergeben

Ölplacken wuchern
see ist entfischt
öl hat sich nie mit
wasser gemischt

Öl ist so laut
verbrennt unsre ohren
gefängnisse hören
ventilatoren

Verloren das wasser
Soza Boy
Öl durchstoßen
schilfbündel scheu

Schlaf ein mein kind schlaf ein
du junge frische saat
Wir beide kind wir sind allein
Dein vater war soldat

Er mußte kämpfen gehn
Du schlaf mir wie ein bär
Dein vater hat dich nie gesehn
Dein vater ist nicht mehr

Schlaf ein mein kind schlaf ein
du junge frische saat
mein kind bist du erst größer nein
du wirst mir nicht soldat

Und holt der krieg dich hier
ich geb dich ja nicht her
Nein lieber lauf ich weg mit dir
Nun roll dich kleiner bär

Tragt es in säcken
tragt es in tonnen
tragt es lastwagenweise
leichentuch der diktatur
kalk
schneeweiß und leise

Treibt sie ins dunkel
treibt sie ins salzmeer
treibt sie ins vakuum
ihrer gewehre
daß die schimären
neffen vampire
todschnee verzehre

Ruft papa Legba
ruft die rauchende
ruft die loas herbei
Weiße kleider mit
blutiger naht
erkennen sie nachts um drei

Sackt den sand ein
sackt den wind ein
sackt das salz ein
es brennt ihr braucht keine
kerzen
Salz ätzt die füße
salz ätzt die augen
salz ätzt die hände die herzen

Schöpft das wasser
schöpft das blut
schöpft das land ins meer
rußendes heer
schlagt den rost von den wänden
der seelenverkäufer Haiti
wird auf dem meeresgrund enden

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