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Olaf Karnik
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Heuer
Aufbegeheren,
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Adrian Kasnitz
Von Thujen und Tagen
Petr Borkovec
Stefan Heuer
Verlustreiches
Ende
Adrian Kasnitz
Axel Dielmann
Alles
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Birke Meyer-Suchsland
Stefan Heuer
biete
bluterguss & suche das weite
Herbert Hindringer
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Eine Perlenkette
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Fünf
in Sachen Lyrik
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Liebe & Gin.
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Sonntage ohne Unterschrift.
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Film in Versen
Stefan Heuer: strobe cut
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Alexander
Kunz
Warwick Collins - "Herren"
Verlag Antje Kunstmann, München 2000
Der Verlag von Antje Kunstmann ist ja an sich nicht unbedingt die schlechteste
Adresse wenn es um hierzulande eher unbekannte Autoren geht. So gab es
dort letztes Jahr das grandiose Buch des Chilenen Roberto Bolano "Stern
in der Ferne" zu entdecken, der Versuch, das Wesen eines kryptofaschistischen
Serienmörders im Speziellen und die Ästhetik des Schreckens
im Allgemeinen zu ergründen.
Hier nun liegt ein Buch vor, welches viel verspricht, aber wenig hält.
Der südafrikanische Autor Warwick Collins lässt seinen Roman,
der eher eine Erzählung ist, an einem Ort spielen, der nicht allzu
oft im Mittelpunkt schriftstellerischer Werke steht: an einer öffentlichen
Herrentoilette in London. Die Hauptfiguren bilden das Personal des Herrenklos:
die Jamaikaner Ez, Reynolds und Jason. Gelegentlich lernen wir die soziale
Situation der Protagonisten darüber hinaus kennen, vor allem dann,
wenn Ez nach Feierabend Trost bei seiner Familie sucht, denn Ez plagt
ein Problem, welches das Sujet dieses Romans ist. Die besagte Herrentoilette
ist ein angesagter Treffpunkt für Schwule, die bei den drei Schwarzen
auf manifesten Ekel treffen. Bei Ez kommt der Haß auf "Whiteys"
noch dazu, denn farbige Schwule scheint es in dieser Romanwelt nicht zu
geben, und - als wär das noch nicht genug - sein Sohn will Friseur
werden, auch dies plagt Ez (auf welche sich aufdrängende Assoziation
des Berufsbildes "Friseur" hier verwiesen wird, wenn auch nicht
explizit, brauche ich dabei wohl nicht zu erklären).
Das eigentliche Problem des Buches aber ist folgendes: Warwick Collins
vermag es nicht einmal ansatzweise über bloße Skizzen hinauszukommen.
Es hätte ein wirklich guter Roman oder noch besser eine schöne
Novelle ergeben können, nimmt man den Ausgangspunkt "Herrentoilette
und drei männliche Kloputzer". Doch dieses Buch ist strenggenommen
Nichts, es kann sich noch nicht einmal für ein naheliegendes Klischee
entscheiden, sagen wir eine multikulturelle Sozialromanze, oder von mir
aus auch ein beckettsches Stück Ödnis und Elend. Es changiert
auch nicht zwischen diesen Polen, sondern befindet sich im reinen literarischen
Niemandsland. Warum? Weil der Autor es einfach nicht versteht eine realistische
Schreibweise zu entwickeln, die einen Effekt auf den Leser hat. Ich halte
realistisches Erzählen eh für ein schwieriges Terrain, weil
es i.d.R. nichts bleibendes hinterlässt, selbst Houellebecq ist an
diesem Schreiben gescheitert. Aber hier ist ja nicht einmal die kleinste
Stelle zu finden, die darauf hinweist, dass da lebendige Menschen zugange
sind, weder in der Kommunikation, noch in ihrem ich sag jetzt mal Seelenleben.
Wirklich schade, denn die Kurzform der Erzählung hätte sich
zumindest einen der Protagonisten vornehmen können, um darauf hin
eine psychologische Linie zu zeichnen, die den Leser ab einem bestimmten
Punkt nicht mehr losgelassen hätte. Doch hier: kein Spannungsaufbau,
ein Buch ohne Anfang und ohne Ende und hier fällt mir wieder dieses
Wort ein: Nichts. Als Drehbuch könnte dieses...ähm, Ding noch
durchgehen, doch ich weiß nicht, ob in einer filmischen Umsetzung
dann eine Replik von Ez´ Frau auf sein Problem mit Schwulen ("Jeder
ist anders....Die einen sind so, die andern so.") wirklich besser
rüberkommen würde als bei der Lektüre, also anders als
banal-nichtssagend (mal ganz abgesehen davon, dass hier Schwulsein - man
glaubt es kaum - als Problem unter den vermeintlich homophoben Jamaikanern
verhandelt wird). Daß eine knappe, spartanische Prosa durchaus ihren
Wert haben kann, in dem Sinne, dass dann über den lesbaren Text hinaus
etwas mittransportiert wird, dafür gibt es genug Beispiele, einer
dafür wäre Andrej Kurkows "Picknick auf dem Eis",
der souverän und feinfühlig geschrieben ist (aber letztlich
auch nicht mehr als "nette Unterhaltung" bietet). Einfachheit
kann aber auch farblos bis zum letzten sein (also noch nicht einmal grau).
Dies ist hier der Fall.
Alexander Kunz
Warwick Collins-
"Herren", Roman, Verlag Antje Kunstmann, München 2000,
28,-- DM
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