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Alexander
Kunz (neu)
Kolumne: Ich sah ds Elend flimmern ...:
Teil 3
Alexander
Kunz
Kolumne: Ich sah ds Elend flimmern ...:
Teil 2
Alexander
Kunz
Kolumne: Ich sah ds Elend flimmern ...:
Teil 1
René
Hamann
Kolumne 1 - die Zweite
Serie:
Die Schreckliche Wahrheit über Comics
Teil 3
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Klaus Schikowski
Faszinationen in Frankfurt.
Comics auf der Frankfuter Buchmesse 2006
Teil 2
-
Lotte
Comic-Herbst
Teil 1 -
Klaus Schikowski
Der Sommer der Liebe oder
Eine Reise zum Comic-Salon Erlangen
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Lotte
COMIC-HERBST
Comic-Herbst
Herr: es
ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Wir nannten ihn den Sommer der
Liebe, denn das war das vorherrschende Gefühl beim Comicsalon in
Erlangen. Die Sonne der Harmonie schien über Groß- und Kleinverlage
und ließ neue Künstler, neue Verlage, neue Zeitschriften sprießen.
Herr B., vor nicht allzu langer Zeit mit einem visionären Kleinverlag
in Konkurs gegangen, brachte den Optimismus auf den Punkt, der sich als
roter Faden durch die Veranstaltung zog: "Gründet Verlage!"
Mittlerweile liegen Schatten auf den Sonnenuhren. Die Winde auf den Fluren
der Verlagshäuser hinterlassen ein Spur der Verwüstung. Der
Untergang des Neuen Marktes zieht auch zwei große Comicverlage mit.
Der eine, in früheren Zeiten auf jeder Messe für einen glamurösen
Auftritt gut, verkaufte erst nur seine Superhelden-Lizenzen und dann sich
selbst an einen italienischen Sammelbildchen-Konzern. Der andere Verlag
hätte vor dem großen Rennen vielleicht doch noch mal beim Getriebe
bei gemusst und geht nun ganz banal in Konkurs.
Was vom Sommer übrig blieb, ließ sich auf den beiden großen
Comicevents im Herbst bewundern - auf der "Faszination Comics"
(Teil der Frankfurter Buchmesse) und der "Comic Action" (Teil
der Spielemesse in Essen). In Frankfurt brauchte es keinen Befehl, um
voll zu werden. Halle 3, die neben den Comics auch die Belletristik und
das Kinderbuch beherbergte, war die bestbesuchte der ganzen Buchmesse.
Brösel-Jünger und Mangafans verstopften die Gänge. Ein
sorgfältig geplantes Rahmenprogramm bot Veranstaltungen für
Szenegänger und -fremde gleichermaßen. Fünf Herren in
dunklen Anzügen erinnerten in ihrem Austausch von leeren Worthülsen
eher an die Bullyparade denn an Tarantino und konnten dem Buchmarkt keinen
Grund liefern, um den Comic als Kunstform ernst zu nehmen. Einen besseren
Eindruck konnte da die Ausstellung der Werke eines französischen
Comic-Künstlers (www.lewistrondheim.com)
geben. Versucht dieser doch, einfachste Formen mit Inhalt und Hintergrund
zu füllen, Lust an der Philosophie und am Fabulieren gleichermaßen
zu vermitteln, mit einer Geschichte Leser jedes Alters anzusprechen. Ablösung
für Asterix? Comic-Kunst nahe an der Vollendung jedenfalls, ganz
ohne Frage. Das Echo aus Erlangen hallt noch im Ohr, denn bei diesem Hasenzeichner
handelt es sich um einen Mitgründer des zurzeit wichtigsten französischen
Independentverlags.
Eine Woche später dann die SPIEL in Essen. Eine kleine Halle ganz
abseits ist für den deutschen Comic reserviert. "Comic Action"
nennt sich das, hat aber mit passion im Moment wohl mehr zu tun. Denn
mit einer Ausnahme sind nur die Kleinverleger präsent, die ihren
Verlag aus Leidenschaft und nicht aus monetären Gründen führen.
Am größten vorhandenen Stand, dem des besagten italienischen
Sammelbildchen-Riesen, sieht man nur zufriedene Gesichter ob der klingelnden
Kassen und des Besucherandrangs. Alle anderen klagen über die schlechte
Lage der Halle und den mangelnden Zuspruch, haben aber schon am zweiten
Tag die Kosten wieder erwirtschaftet. Von einem Rahmenprogramm keine Spur.
Aber darin liegt der Unterschied zur Buchmesse: In Essen geht es nicht
um Kunst, sondern Kommerz. Zielpublikum ist der Endverbraucher, nicht
der Multiplikator, und der Kunde kommt freiwillig - da muss keine Überzeugungsarbeit
mehr geleistet, kein Image mehr verbessert werden. Lichtblick hier: ein
junger deutscher Künstler (www.der-flix.de),
der seinem großen Vorbild, dem oben genannten Hasenzeichner, huldigt.
Der aus seiner Kindheit erzählt, die in den momentan so angesagten
Achtzigern stattgefunden hat. Der aber trotz der wiederkehrenden textlichen
und bildlichen Motivik ein eigenes kleines Kunststück geschaffen
hat, das man nicht so schnell vergisst.
So sind wir also auf den Messealleen unruhig hin und her gewandert und
haben den treibenden Blättern zugesehen, die uns der Comic-Herbst
so brachte. Dankbar waren wir über jeden Kleinverlag, der präsent
war, denn das ließ darauf hoffen, dass der nächste Konkurs
noch etwas auf sich warten lässt. Noch dankbarer waren wir den Verlagen,
die nicht nur die Produktion des Verlagsinhabers veröffentlichen,
sondern auch Nachwuchskünstlern ein Zuhause und die Möglichkeit
der Weiterentwicklung bieten. Und besonders dankbar waren wir den Comiclesern
- denn eine Kultur kann nur dort entstehen, wo es eine Szene gibt.
Lesetipps:
"Herrn Haases haarsträubende Abenteuer" von Lewis Trondheim
"Held 1" von Flix (Zwerchfell)
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