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besten Bücher 2003 Olaf Karnik |
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Ralph Ellison: Juneteenth. Ammann, Zürich 2000, 458 Seiten. Vom Blech zur Kanzel Der Kontrast
aus schwarz und weiß, aus alt und jung, aus weise und jugendlich.
Es ist die Geschichte von Daddy Hickman und Reverend Bliss. Ein schwarzer
Prediger, der zusammen mit einem weißen Jungen in Gottesdiensten
auftritt. Die Herkunft des Jungen soll zweifelhaft Ralph Ellison
ist bei uns wenig bekannt geblieben, obwohl er 1953 den National Book
Award erhielt. Juneteenth (wie der Festtag nach der Verkündung
der Sklavenbefreiung am 19. Juni 1865, also heute vor genau...) ist
ein dickleibiger, aber unvollendeter Roman. Ein Brand in seinem Haus
zerstörte das Manuskript und Ellison musste sich erneut vor blankes
Papier setzen. Er versuchte, die Episoden aus dem Gedächtnis aufzuschreiben.
Aber selbst das beste Gedächtnis muss bei der epischen Breite,
auf die der Text angelegt war, versagen. Übrig blieb nur die Improvisation
als Behelf, dem Urzustand des Textes nachzueifern. Juneteenth und Jazz
sind Begriffe, die eng mit dem Selbstbewusstsein der Afroamerikaner
zu tun haben. Wie wichtig aber die Religion, die Kirche als einziger
für die Schwarzen selbstbestimmbarer Raum und für den Prozess
der Entwicklung von Gegengewalt bis in die 1950er Jahre waren, das vermag
Ellison zu schildern. Ralph Ellison: Juneteenth. Ammann, Zürich 2000, 458 Seiten.
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