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Streuverlust -
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Obstessen in Bosnien -
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Ein Paradies ohne Trost.
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Benedikt Geulen

David Gates "Der letzte Rebell"

Doug Willis, verheiratet, zwei Kinder, lebt im Spagat. Seine Brötchen verdient er gediegen als Pressereferent einer New Yorker Softdrinkfirma, tief in seiner Brust aber schlägt das Herz des "letzten Rebellen” der 68er-Generation. In seinem 77er Dodge V-8 fühlt er sich gut, wenn er ihn neben den Volvos seiner Kollegen parkt, und seine Original Fender Telecaster gibt ihm das richtige Feeling zurück, wenn er mal wieder von Beruf und Familie gebeutelt ist.
Die berufliche Auszeit von zwei Monaten, die er sich im familieneigenen Landhäuschen gönnt, nimmt den denkbar schlechtesten Anfang. Ehefrau Jean verläßt ihn samt Nachwuchs gerade mal zwei Tage nach Urlaubsbeginn, was ihm regelrecht den Teppich unter den Füßen wegzieht. Ein gereizter Disput mit einem wenig geduldigen Ordnungshüter bringt Willis ein Gefängniswochenende ein, und ausgerechnet Rechtsanwalt Reed, der ihn schnell und elegant aus dieser mißlichen Situation befreit, führt den alleingelassenen Willis bei der Schar verkrachter Existenzen ein, die er seine "Band” nennt. Unversehens stolpert Willis in einen gefährlichen Drogendeal, der ihn Kopf und Kragen kosten kann.
"Der letzte Rebell” ist ein temporeicher Roman über das Ende der großen Gefühle. Eine Generationsstudie mit hohem Wiedererkennungs- und Unterhaltungswert. Schon sein erster Roman "Jernigan", der bei Rowohlt zuletzt 1995 als deutsche Taschenbuchausgabe lieferbar war (und nun leider schon wieder längst vergriffen ist) machte die internationale Kritik völlig zu Recht auf David Gates aufmerksam. Er liefert auch mit "Preston Falls", so der (gelungenere) Originaltitel von "Der letzte Rebell", einen überzeugenden  und vor allen Dingen mit seinen äußerst pointierten, sozusagen filmreifen Dialogen vergnüglichen Roman. Für den Old-School-Musikfan, der sich keinesfalls vom vollkommen mißlungenen deutschen Buchcover mit seiner peinlich daneben gegriffenen Dire Straits-Cover-Anspielung irritieren lassen sollte, bietet David Gates die vermutlich schönste literarische Scheiter-Schilderung einer Gitarrenband-Probe seit Romane sich überhaupt dem Thema "Warum machen Männer Rockmusik" annehmen. An dieser Stelle sei, um es kurz zu machen, ganz vorsichtig das gut gemeinte Qualitätsmerkmal angeführt: "höchste T.C. Boyle-Qualität".
David Gates arbeitet als Literatur- und Musikkritiker für "Newsweek”. Er lebt in Manhattan. "Der letzte Rebell” (orig. "Preston Falls”) ist nach "Jernigan” sein zweiter Roman. 1999 gehörte er zu den Pulitzerpreis-Finalisten.

Roman, Rowohlt Verlag 2001, 528 Seiten, 44,90 DM


 

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