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Olaf Karnik Stefan
Heuer Axel Dielmann Adrian
Kasnitz adrian
kasnitz Adrian Kasnitz Die
besten Bücher 2003 Olaf Karnik |
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René
Hamann: Das perfekte Erzählen: Ein Flow der Sprache, sehr rhythmisch, aber unscheinbar. Wie es scheint, ist irgendwo im Internet eine Anleitung zu diesem Erzählen herunterladbar, denn diesen Stil beherrschen einige, und nicht immer ist Amerika daran schuld. Es gab ja Julio Cortazar: Auch er mit diesem bruchlosen Sprachflow. Auch seine Geschichten hat man so weggelesen, und dennoch blieb etwas übrig, dank eines bestimmten Kniffs, einer Finte in der Handlung, einer Pointe. Bei Julia Franck heißt diese Finte Erotik. Ihre Geschichten - in diesem wohlfeilen Band sind es deren acht - drehen sich um alltägliche Begehrensmuster, Liebeskonstellationen wie -konstruktionen; die Sprache ist sehr körperlich. So etwas kann natürlich Angst machen, denn meist sind es die Abgründe des alltäglichen Begehrens, die hier erzählt werden, sachlich und distanziert. Die Konstruktionen der Geschichten sind so denkbar einfach wie schlüssig, oft sind es Dreiecke, ein Mann, zwei Frauen, oder eine Frau und zwei Männer, und es ist immer nur eine Frau, die etwas weiß von den Tragödien, die sich abspielen oder abspielen könnten, wenn das Begehren eingreift: Beziehungen, Freundschaften gehen kaputt. In diesem Sinne ist das Buch gewissermaßen klassisch, indem es Beziehungsmuster durchleuchtet und Schwächen einkreist, die Lust ist dabei das Moment, das alles zu Fall bringen kann. Die Macht der Lust: Julia Franck zeigt sie, aber erschöpft sich nicht darin, die Macht ins Letzte weiterzutreiben. Die Macht bleibt angedeutet, die Gelüste bleiben in den Köpfen der Protagonistinnen. Für die Geschichte "Mir nichts, dir nichts" hat Julia Franck den dritten Preis bei den Klagenfurter Prosafestspielen, die dieses Jahr nicht mehr nach Ingeborg Bachmann hießen, erhalten. Gewonnen hätte sie vielleicht, wenn sie stattdessen auf die Geschichte "Strandbad" gesetzt hätte. Für mich die stärkste Geschichte, in der eine Bademeisterin im urbanen Berlin von ihrem Job und ihren Männergeschichten erzählt, auch hier recht abgründig und offen; die Erzählerin hat so etwas, was man im Deutschunterricht (und um im Bild zu bleiben) wohl Tiefgang genannt hätte. Exemplarisch für das ganze Buch: Höchst irritierend, verunsichernd, vielleicht auch, weil es eben nicht so alltäglich ist, was sie erzählt. Und eben doch. Es wäre ein perfektes Buch für das städtische Schwimmbad im Hochsommer oder einem Ausflug zum nächsten Baggerloch, wenn es nicht im DuMont Verlag erschienen wäre, denn DuMont setzt zu sehr auf Buch Chic, Hardcover-Bibliophilie, und macht keine Taschenbücher. So ist es für acht Geschichten, die sich wie gesagt schnell lesen lassen, und 110 Seiten zu umständlich und zu teuer. Vielleicht gibt's die Taschenbuch-Ausgabe doch noch - im nächsten Sommer. Julia Franck: Bauchlandung. Geschichten zum Anfassen. DuMont 2000, 110 Seiten, 32 DM. René
Hamann, rehamann@netcologne.de
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