Olaf
Karnik
Litt
Cologne 2002?
Litt Cologne 2002 - woran eigentlich?
Lachleute und Nettmenschen, 20 Jahre total confusion, Wohlfühl-Literatur
verkauft der andere Buchladen am meisten, Dieter Gorny auf jedem Podium,
wo es um die Politisierung von Musik geht, plus minus 8 ergibt Null
bemängelt die kritische Kritik und die Henne jagt den Täter,
Herrenreiter im Hallmackenreuther, Liberation Von History, der DJ beim
Burroughs-Abend, wo besser T-Shirt und Badges verkauft worden wären,
beschwert sich, dass die Leute trinken-quatschen-nicht zuhören,
anschließend Disco, mehr Kapitalismus, mehr Krieg - just do it!
demonstrieren die Leute gegen Bush in Berlin, die Protestierenden gegen
den Abriss der Kunsthalle sind Darsteller des Films der Kölner
Künstlerin - darauf einen Vodka Gorbatschow, im Designhaus Köln
sehen die Toiletten aus, als hätten sich die Leute eine Nacht mit
Scheiße um die Ohren gehauen, immer nur das heer, was man sowieso
schon kennt, bei 20 Grad und Sonneschein stockt die U-Bahn an der nächsten
Kurve 10mal am Tag für 15 Minuten, weil jemand auf die Gleise geschissen
hat, was aussieht wie ein Bio-Waffen-Anschlag von bin laden, warum länger
darauf warten, dass was passiert, dass einen DIE neue Platte endlich
wieder anschiebt, ein Hammer-Buch was auf den Punk bringt oder eine
eine Versammlung von Leuten mit unklaren Zielen und angestauter Wut
im Bauch für einen etwas erledigt, was man sich selbst nicht traut,
Oswald Diener-Millowitsch will Töne aber lieber doch nicht: ich
bin okay, du bist okay, die Häuserwände, Züge, Mauern,
Bussitze freuen sich schon aufs nächste Graffiti, das niemand entziffern
kann, von der Zeitung grinst die Industrie- und Handelskammer, ich bin
politisch und sexuell anders denkend und Vegetarier wie Hitler, Schweiß
und Erde, Sex bei Footlocker, wenn ich wollte wie ich könnte, würd
ich auch irgendwo Halt machen, in diesem Ambiente: WIR hören ein
Singen im Raum, andere hören es kaum.